„Was sollte mein Kind über sexuellen Missbrauch wissen und wie rede ich mit ihm darüber?“
Das ist eine wichtig Frage, die viele Eltern sich stellen. Einerseits ist es wichtig Kinder über sexuellen Missbrauch aufzuklären, andererseits sollen sie nicht verunsichert oder gar belastet werden.
Hier die wichtigsten Informationen, die Sie ihrem Kind geben sollten:
- Täter können Bekannte sein.
- Ein Älterer oder Erwachsener fasst das Kind an seine Geschlechtsteile oder will vom Kind an den Geschlechtsteilen angefasst werden. Die erwähnten Handlungen sollten klar, aber nicht dramatisch oder gewaltsam sein, es müssen nicht alle möglichen Formen sexuellen Missbrauchs geschildert werden. Es reicht, wenn das Kind weiß, dass es sexuellen Missbrauch gibt.
- Menschen, die das tun, setzen Kinder unter Druck und wollen sie zur Geheimhaltung zwingen, dieser Geheimhaltungsdruck ist nicht fair.
- Der Erwachsene darf das nicht, und das weiß er auch.
- Kinder können nichts dafür, wenn ihnen das passiert.
Ein Beispiel, wie Sie mit Ihrem Kind ein solches Gespräch führen:
| M: |
„Es gibt Kinder, denen ist mit dem Anfassen schon was ganz Komisches passiert.“ |
| K: |
„Wem denn, was denn?“ |
| M: |
„Mit denen haben Erwachsene etwas gemacht, was sie mit Kindern nicht machen dürfen. Die haben das Kind an der Scheide oder am Po angelangt, oder die Männer haben verlangt, dass sich das Kind ihren Penis anschaut und auch anfasst.“ |
| K: |
„Wer macht denn so was?“ |
| M: |
„Das ist meistens jemand, den das Kind kennt. Es könnte auch jemand sein, der zu uns zu Besuch kommt.“ |
| K: |
„Warum kommt denn der dann überhaupt zu uns?“ |
| M: |
„Ich kann mir das im Moment auch nicht vorstellen, dass das jemand von unseren Bekannten oder Verwandten macht. Und wenn, dann wäre der auch nicht länger unser Freund. Dem würde ich dann verbieten, weiter zu uns zu kommen. Und ich würde dem auch sagen, dass er das nicht machen darf. Weißt du, die meisten Erwachsenen wollen, dass es Kindern gut geht und es sind nur ganz wenige, die Kinder auf diese Art anfassen. Aber das kann man leider niemandem von vorn herein ansehen oder anmerken, deshalb ist es mir wichtig, dass du weißt, dass es das gibt. Es gibt Familien, wo die Eltern sich das auch nicht vorstellen konnten, wo aber ein Onkel oder ein Nachbar von dem Kind verlangt hat, dass es sich seinen Penis anschaut und auch anfasst.“ |
| K: |
„Und hat das Kind das dann gemacht?“ |
| M: |
„Ja. Und es hat Angst gehabt und sich nicht wohl gefühlt dabei. Aber das Kind war dann ganz mutig und hat seiner Mama davon erzählt. So konnte die Mama dem Kind dann helfen und hat dem Mann verboten, noch mal zu ihnen zu kommen. Weißt du, ich möchte dir ja auch gern helfen, darum ist es mir ganz wichtig, dass du es erzählst, wenn dir so etwas passiert oder wenn dir mal was komisch vorkommt mit dem Anfassen. Okay?“ |
| K: |
„Hm.“ |
| M: |
„Daniela, auch wenn er dir verboten hat, etwas zu erzählen oder gesagt hat, dass du nichts verraten darfst oder dir was Schönes dafür geschenkt hat und gemeint hat, das ist euer Geheimnis.“ |
| K: |
„Das Geschenk will ich dann aber gar nicht ... Aber Geheimnisse soll man doch nicht verpetzen.“ |
| M: |
„Doch, Daniela, in dem Fall darfst du das Geheimnis schon verraten, es ist nämlich ein ganz schlechtes Geheimnis, denn das Kind fühlt sich nicht gut dabei und der Erwachsene macht etwas, was er nicht darf. Und das weiß er auch.“ |
| K: |
„Das weiß der?“ |
| M: |
„Ja. Und vielleicht fühlt er sich sicher gegenüber dem Kind, weil er glaubt, dass Kinder eh immer Erwachsenen gehorchen. Oder er sagt zum Kind, dass dem Kind niemand glaubt, wenn es das erzählt, weil Kinder so oft Lügengeschichten erzählen.“ |
| K: |
„Das stimmt aber gar nicht.“ |
| M: |
„Nein, das stimmt auch nicht. Und du kannst dir ganz sicher sein, dass ich dir glaube, wenn du mir so etwas erzählst und dass ich auch nicht mit dir schimpfe. Es ist mir ganz, ganz wichtig, dass du mir oder jemand anderem davon erzählst, damit dir dann jemand helfen kann.“ |
| K: |
„Mmh.“ |
Wichtig ist in dem Gespräch, dass dem Täter eine eindeutige Verantwortung zugeschrieben wird.
Kinder sollen es unbedingt weitererzählen.
Ich helfe dir, ich glaube dir und ich schimpfe nicht.
Dabei ist darauf hinzuweisen, dass Sie keine leichtfertigen Versprechungen geben, in jedem Fall sollen Sie sich klar darüber sein, ob Sie das Versprochene auch einlösen können.
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